C. Auguste Dupin

C. Auguste Dupin ist ein junger Gentleman, der in einem alten und abgeschieden gelegenen Anwesen außerhalb von Paris lebt. Da Dupin die Dunkelheit liebt, verbringt der Spross einer ehemals ruhmreichen Adelsfamilie seine Tage am liebsten mit Lektüre oder Meditation, wobei er die Fensterläden seines Hauses geschlossen hält. Dupin führt seine kriminalistischen Untersuchungen ausschließlich als Zeitvertreib durch, das heißt, er genießt keine finanziellen Vorteile durch die Lösung eines Falles.

Seine Untersuchungen dienen nur dem Ziel, die Unschuld eines Verdächtigen nachzuweisen und den wahren Täter zu überführen. Dabei stützt C. Auguste Dupin seine Nachforschungen ausschließlich auf seinen Intellekt sowie die genaue Beobachtung von Gestik und Mimik seines Gegenüber, die ihm häufig verraten, was seine Auskunftsperson denkt oder fühlt.

Der Amateurdetektiv C. Auguste Dupin löst seine Fälle zu einer Zeit, als es das Wort Detektiv noch gar nicht gab. Dupin gilt somit als der erste Detektiv der Literaturgeschichte. Erzählt werden die Geschichten von einem nicht näher benannten Freund Dupins, der als Ich-Erzähler auftritt und als Vermittler zwischen dem Leser und dem Detektiv agiert.

Dieser Freund Dupins hat also eine ähnliche Position inne, wie Dr. Watson, der in den Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle die Abenteuer des Londoner Privatdetektiv Sherlock Holmes erzählt. Edgar Alan Poe, der Autor der Geschichten um den Amateurdetektiv Dupin nahm mit seiner Darstellung des Ich-Erzählers Einfluss auf andere Schriftsteller, die in ihren Geschichten ebenfalls auf einen solchen Erzähler bauten.

Hierzu zählen zum Beispiel die Geschichten von Agatha Christie, in denen Captain Hastings von den Abenteuern seines Freundes Hercule Poirot berichtet. Und auch Archie Goodwin, der für den Privatdetektiv Nero Wolfe tätig ist, wurde von dem Autor Rex Stout die Rolle des Ich-Erzählers zugedacht.

Ähnlich ist auch die Vorgehensweise von C. Auguste Dupin und Sherlock Holmes, denn beide lösen ihre Fälle mit Hilfe ihres messerscharf arbeitenden Verstandes. Unterschiedlich ist jedoch der Weg, wie beide zu ihren Schlussfolgerungen gelangen. C. Auguste Dupin zerlegt den Tathergang zunächst in seine unzähligen Einzelteile.

Im Anschluss daran unterzieht er jedes Einzelteil für sich einer genauen Analyse und setzt diese sodann wieder zu einem Ganzen zusammen. Erst danach zieht der Amateurdetektiv seine Schlüsse. Im Gegensatz dazu ist Sherlock Holmes ein genialer Beobachter und auf Grund der bei seinen Beobachtungen gesammelten Informationen zieht Holmes seine Schlüsse.

Übrigens gibt es durchaus auch einen Zusammenhang zwischen den Fällen des C. Auguste Dupin, die der Detektiv im 19. Jahrhundert aufklärte und den Fällen des Dr. Cal Lightman aus dem 21. Jahrhundert. Ähnlich wie Dupin ist Dr. Lightman in der Lage, auf Grund von Mimik und Gestik Rückschlüsse auf das Denken und Fühlen seiner Auskunftspersonen zu ziehen.

Die Fälle des C. Auguste Dupin

  • Der Doppelmord in der Rue Morgue
  • Das Geheimnis der Marie Rogêt
  • Der entwendete Brief