Cameo-Auftritte

Immer wieder sieht man als Zuschauer einen Film oder eine Folge einer Serie oder auch ein Computerspiel und denkt plötzlich: Was macht DER oder DIE denn da? In einem solchen Fall ist plötzlich eine bekannte Person aufgetaucht. Dabei handelt es sich bei solchen Cameos keineswegs um eine neuere Erscheinungsform, sondern kam bereits in den 50er Jahren vor.

So traten 1956 in dem Film In 80 Tagen um die Welt des Produzenten Michael Todd u.a. Marlene Dietrich, Frank Sinatra, John Mills, Charles Coburn, Ava Gardner und noch viele weitere bekannte Persönlichkeiten als Gaststars in kurzen Rollen in dem Film auf.

Ein solcher Cameo kann auf unterschiedliche Art stattfinden. In der einen Form mischen sich Prominente unter die Statisten. So kann es sein, dass eine bekannte Person irgendwo am Rande einer Szene steht und weder agiert noch spricht. Zumeist schmuggeln sich Produzenten, Regisseure oder Autoren in ihre eigenen Filme. Dabei legen sie nicht zwangsläufig Wert darauf, auch erkannt zu werden. Vielmehr besteht der Spaß darin, im eigenen Film eine kleine Rolle zu spielen.

In der anderen Form des Cameos stehen bekannte Personen nicht nur herum und beleben eine Szene, sondern haben eine mehr oder weniger kurze Sprechrolle. Dabei können auch solche Auftritte aus den unterschiedlichsten Gründen stattfinden. Manchmal dienen sie der Aufwertung eines Films oder es handelt sich um eine Hommage an frühere Filme der Reihe. Auch bei einem Remake eines Films kommt es vor, dass der Protagonist einer älteren Verfilmung in einer neueren Verfilmung auftritt.

Beispiele für Cameo Auftritte

  • Da für manche Szenen seiner Filme noch Statisten fehlten, begab sich Hitchcok kurzerhand selbst unter die restlichen Statisten. Ebenso wurden auch einzelne Mitglieder der Filmcrew als Statisten eingesetzt. Diese Vorgehensweise entwickelte sich schnell zu einer Tradition, wobei ihm sein Auftritt später zur lästigen Pflicht wurde, da das Publikum darauf wartete. Übrigens wurde Hitchcocks Erscheinen möglichst früh in einem Film in Szene gesetzt, damit das Publikum sich anschließend auf die Handlung konzentrieren konnte.
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  • Rainer Werner Fassbiner trat immer wieder in seinen Filmen als Statist auf.
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  • Peter Jackson, der Regisseur der Herr der Ringe Trilogie trat in allen drei Teilen in jeweils einer anderen Minirolle auf.
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  • Erich Kästner trat ebenfalls immer wieder in der Verfilmung eines seiner Bücher auf und auch seine Frau Erica Balque war häufig dabei.
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  • Als im Jahr 2000 der Film Shaft – noch Fragen? mit Samuel L. Jackson in der Hauptrolle in die Kinos kam, konnte man Richard Roundtree, der in dem Film von 1971 die Rolle des John Shaft gespielt hat, in der Rolle von John Shaft (als Onkel) sehen.
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  • Erin Brockovich spielte in der Verfilmung mit Julia Roberts in der Hauptrolle eine kleine Rolle als Kellnerin.
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  • Als im Jahr 2004 der Film Starsky & Hutch mit Ben Stiller und Owen Wilson in den Hauptrollen in die Kinos kam, konnten die Zuschauer Paul Michael Glaser und David Soul sehen, die in der zwischen 1975 und 1979 produzierten Serie die Hauptrollen gespielt hatten.
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  • Randolph Duke (Don Ameche) und Mortimer Duke (Ralph Bellemy) aus dem Film Die Glücksritter sind in dem Film Der Prinz aus Zamunda mit Eddie Murphy in der Hauptrolle kurz vor Schluss des Filmes als Bettler zu sehen.
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  • Frank William Abagnale spielte in der Verfilmug Catch me if you can mit Leonardo DiCaprio und Tom Hanks einen Polizisten.
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  • Billy Gibson, Mitglied der Band ZZ-Top, spielt in einigen Folgen der Serie Bones – die Knochenjägerin den Vater von Angela Montenegro.
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  • Quentin Tarantino spielte in manchen seiner Filme eine kleine Statistenrolle, in vielen Filmen eine Minirolle und in dem Film Planet of the Pitts aus dem Jahr 2004 sich selbst.
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  • In der Serie Hospital der Geister fasste der dänische Regisseur Lars von Trier im Abspann die Handlung für die Zuschauer noch einmal zusammen und stellte sich auch vor.