Cannon

In der von 1971 bis 1976 produzierten amerikanischen Fernsehserie Cannon werden die Fälle von Privatdetektiv Frank Cannon dargestellt.

Der stark übergewichtige Frank Cannon (gespielt von William Conrad) war früher bei dem Los Angeles Police Department (LAPD) als Polizist beschäftigt. Nachdem seine Frau und sein Sohn bei einem Verkehrsunfall ihr Leben verloren hatten und er auf Grund seiner Figur aus dem Staatsdienst entlassen worden war, ließ er sich als als Privatdetektiv in Los Angeles nieder.

Im Laufe der Zeit hat sich Cannon auf Ermittlungen in Kriminalfällen spezialisiert. Ohne weitere Mitarbeiter geht der Privatermittler seinen Nachforschungen im Alleingang nach und scheut sich auch nicht, sich einmal die Finger schmutzig zu machen, sofern dies notwendig sein sollte.

In seiner Tätigkeit als Privatdetektiv ist Cannon so erfolgreich, dass er sich davon eine luxuriöse Penthousewohnung mit einer wundervollen Sicht über Los Angeles zulegen konnte. Da Los Angeles sehr groß und die Wege weit sind, hat er sich einen Lincoln Continental zugelegt, mit dem er diese Wege auf die angenehmste Weise zurücklegen kann.

Frank Cannon liebt den Luxus, den er sich auf Grund seiner exorbitanten Honorare auch erlauben kann. Zu diesem Luxus zählen für ihn neben seiner Wohnung und seinem Auto auch ein gutes Essen und ein gutes Glas Wein, wobei der Privatdetektiv seiner Leidenschaft für kulinarische Spezialitäten entweder in einem erstklassigen Restaurant frönt, oder eine solche Mahlzeit auch selbst in seiner hervorragend ausgestatteten Küche zubereitet. Dabei spricht der berühmte Detektiv von sich selbst auch schon mal als überfüttertes Walross.

Dass sein Hang zu gutem Essen sich auf seine Figur niederschlägt, ist dem erfolgreichen Detektiv dabei egal, denn bei seiner Vorgehensweise zur Aufklärung eines Falle ist es sowieso nicht vorgesehen, dass er einem flüchtigen Täter zu Fuß folgt oder sonstige sportliche Aktivitäten entwickelt. Auch Schießereien oder Schlägereien mit einem Verdächtigen gehören definitiv nicht zu den bevorzugten Mitteln auf dem Weg zur Lösung eines Falles.

Cannon löst seine Fälle, wie die berühmten Detektive Sherlock Holmes in London oder C. Auguste Dupin in Paris zum größten Teil durch Intelligenz und Scharfsinn. Obwohl nicht nur seine Figur Parallelen zu dem Privatdetektiv Nero Wolfe in New York zulässt, ist Cannon stets bereit, sein Haus oder sein Büro zu verlassen, um Ermittlungen vor Ort durchzuführen. Diese Recherchen verbindet er dann auch häufig mit einem guten Essen oder sonstigen Annehmlichkeiten.

Durch seine Arbeit beim LAPD sowie seine späteren Ermittlungen konnte Cannon Kontakte zu wichtigen Persönlichkeiten von Los Angeles aufbauen, die er auch gern pflegt. Diese Kontakte in der High Society sind ihm bei der Klärung eines aktuellen Falles auch immer wieder eine große Hilfe.

Obwohl Frank Cannon nicht über eine sportliche Figur verfügte und somit überhaupt nicht dem Bild entsprach, dass man sich im Allgemeinen von einem Privatdetektiv macht, war die Fernsehserie sehr erfolgreich. Wegen der fülligen Statur des Hauptdarstellers kommt die Serie fast ganz ohne die sonst in dem Genre üblichen Schlägereien aus und auch zu seinem Colt greift Cannon nur, wenn es gar nicht mehr anders geht. Auch Verfolgungsjagden finden nur äußerst selten statt, obwohl der Privatdetektiv sich in Ausnahmefällen auch nicht scheut, mit seinem Lincoln Continental eine Personenüberwachung durchzuführen.

Neben der schauspielerischen Leistung von William Conrad trugen auch die guten Drehbücher zum Erfolg der Serie bei. Als Gaststars waren in einzelnen Folgen bekannte Schauspieler wie Stefanie Powers, Nick Nolte, Anne Baxter, David Jansson und viele weitere zu sehen.

Im Jahr 1980 kehrte Frank Cannon noch einmal in einem Fall zurück, in dem er den angeblichen Selbstmord eines Freundes aufklären wollte.