Charlotte MacLeod

Die Schriftstellerin Charlotte Matilde MacLeod wurde am 12. Januar 1922 in Bath in der kanadischen Provinz New Brunswick geboren. Im Jahr darauf emigrierten ihre Eltern in die USA und so wuchs Charlotte MacLeod in Charlotte im US-Bundesstaat Massachusetts auf. Nach ihrem Abschluss am Boston Art Institute arbeitete sie zunächst als Bibliothekarin und Werbetexterin.

Schon seit Mitte der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts schrieb sie Detektivromane für Jugendliche und 1978 brachte sie ihren ersten Detektivroman für Erwachsene auf den Markt. Schlaf in himmlischer Ruh, der Auftakt zu ihrer Balaclava-Reihe, wurde zu einem großen Erfolg. Die witzigen und zeitweise sogar komödiantisch anmutenden Krimis sind manchmal recht abgedreht, aber immer äußerst amüsant und kommen darüber hinaus gänzlich ohne Brutalität und Sex aus. Übrigens trat Charlotte MacLeod in der Balaclava-Reihe mehrmals kurz als Catriona MacBogle auf.

Professor Peter Shandy ist Professor für Botanik und Nutzpflanzen am Balaclava Agricultural College bei Balaclava Junction in Balaclava County in der Nähe von Boston. Professor Shandy gerät immer wieder in Situationen, in denen er einen Mord aufklären muss, weil die Polizei kleine, aber wichtige Indizien übersieht.

Neben der sehr erfolgreichen Balaclava-Reihe mit Professor Shandy und seiner Frau Helen hat Charlotte MacLeod auch noch die ebenfalls sehr erfolgreiche Boston-Reihe um den auf das Aufspüren gestohlener Kunstwerke spezialisierten Privatdetektiv Max Bittersohn und seine Frau Sarah Kelling-Bittersohn geschrieben.

Charlotte MacLeod hat das Umfeld der beiden Reihen gewählt, weil es ihr wohlbekannt ist. Da sie in Massachusetts aufwuchs und in Boston studierte, kennt sie Land und Leute sehr gut. Durch ihre Tätigkeit als Bibliothekarin kennt sie das Collegeleben und so ist es nicht verwunderlich, dass ihre Beschreibungen von College, Lehrkörper und Studenten sehr stimmig sind.

Die Geschichten um den Detektiv Bittersohn und seine Frau spielen in der Bostoner Oberschicht und sind ebenso witzig und abgedreht wie die um Peter Shandy.

Laut dem bekannten und leider viel zu früh verstorbenen Krimiautor William L. DeAndrea gilt Charlotte MacLeod in den USA als Retterin und Erneuerin des klassischen Detektivromans. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit war Charlotte MacLeod Gründungsmitglied des internationalen Netzwerks Sisters in Crime. Diese Vereinigung hatte es sich zum Ziel gesetzt, von Frauen geschriebene Krimis zu fördern. Ein weiteres Gründungsmitglied war die Schriftstellerin Sara Paretsky, deren Krimis von der Privatdetektivin V.I. Warshawski handeln.

Für den in der Balaclava-Reihe erschienen Roman Stille Teiche gründen tief erhielt Charlotte MacLeod 1987 den Nero Wolfe Award. Darüber hinaus war dieser Roman für den Edgar Allen Poe Preis nominiert. Der Roman Eine Eule kommt selten allein war für den Agatha Christie Preis nominiert. Im Jahr 1998 wurde Charlotte MacLeod von Malice Domestic für ihr Lebenswerk geehrt.

Da Charlotte MacLeod an Alzheimer litt, zog sie sich von der Schriftstellerei zurück und schrieb keine weiteren Romane mehr. Am 14. Januar 2005 verstarb die Autorin im Alter von 82 Jahren in einem Pflegeheim in Lewiston im US-Staat Maine.

Bücher der Balaclava Serie

  • Schlaf in himmlischer Ruh'
  • ... freu dich des Lebens
  • Über Stock und Runenstein
  • Der Kater lässt das Mausen nicht
  • Stille Teiche gründen tief
  • Wenn der Wetterhahn kräht
  • Eine Eule kommt selten allein
  • Miss Rondels Lupinen
  • Aus für den Milchmann

Bücher der Boston-Reihe

  • Die Familiengruft
  • Der Rauchsalon
  • Madam Wilkins Palazzo
  • Der Spiegel aus Bilbao
  • Kabeljau und Kaviar
  • Ein schlichter alter Mann
  • Teeblätter und Taschendiebe
  • Rolls Royce und Bienenstiche
  • Jodeln und Juwelen
  • Arbalests Atelier
  • Mona Lisas Hutnadeln