Donna Leon - Venezianisches Finale

Romanvorlage: Commissario Brunettis erster Fall
Erstausstrahlung: 23. Oktober 2003

Inhalt

In La Fenice, dem Opernhaus von Venedig wird an diesem Abend Giuseppe Verdis Oper La Traviata aufgeführt. Ein Ereignis, da der berühmte Helmut Wellauer am Dirigentenpult steht. Die Aufführung verläuft zu aller Zufriedenheit. In der Pause vor dem letzten Akt kommt es jedoch zu einem Zwischenfall.

Wellauer wird kurz vor Pausenende tot in seiner Garderobe gefunden, wo er sich aufgehalten hat. Ein hinzugezogener Arzt bestätigt den Tod des bekannten Dirigenten. Da in der Garderobe der Geruch von Bittermandel feststellbar ist, scheint eine Vergiftung mit Zyankali der Grund für den Tod zu sein. Verabreicht wurde das Gift scheinbar mit einer Tasse Espresso.

Bis die Polizei die Personalien aller anwesenden Personen, sowohl Zuschauer als auch Mitarbeiter der Oper, aufgenommen haben, darf niemand das Opernhaus verlassen. Commissario Brunetti stellt im Rahmen seiner Ermittlungen sehr schnell fest, dass der berühmte Dirigent ein sehr unangenehmer Mensch gewesen zu sein scheint, denn es gibt fast niemanden unter den Kollegen, der kein Motiv gehabt hätte, ihn zu ermorden.

Brunetti findet heraus, dass Wellauer, der sich als biederer Moralist präsentierte, nicht nur die Karriere einer Sängerin ruiniert hat, sonder auch ein Erpresser war. Nachdem ihm bekannt geworden war, dass Flavia Petrelli, eine bekannte Verdi-Interpretin, eine lesbische Beziehung zu der Archäologin Brett Lynch unterhält, erpresste er die Sängerin mit seinem Wissen. Der Petrelli war wegen der Scheidung von ihrem Mann und im Hinblick auf das Sorgerecht für ihre Kinder daran gelegen, dass ihre Beziehung zu Brett Lynch nicht allgemein bekannt wird.

Eine weitere Verdächtige ist, zumindest in den Augen von Brunettis Frau Paola und seines Vorgesetzten, Vice Questore Patta, die 40 Jahre jüngere Ehefrau des Ermordeten. Neben den bereits genannten Personen scheinen auch der Regisseur, sowie ein Sänger und dessen Ehefrau zu den Verdächtigen zu gehören, die ein Motiv zu Beseitigung Wellauers hatten. Erschwerend auf die Ermittlungen wirkt sich auch aus, dass Wellauer eine Nazivergangenheit hat und außerdem seiner Abneigung gegen Homosexualität lautstark Ausdruck verliehen hat.

Auf Grund der Tatsache, dass der Bereich hinter der Bühne für die Zuschauer nicht zugänglich war, können diese die Oper verlassen und Brunetti kann seine Ermittlungen auf die genannten Personen konzentrieren.

Scheinbar hat sich Wellauer in letzter Zeit verändert. Es bestand der Verdacht, dass sein Gehör nachgelassen hatte, was für den Dirigenten schrecklich gewesen sein muss. Im Rahmen der weiteren Ermittlungen stellt Commissario Brunetti fest, dass Erpressung und Schikane nicht die einzigen Laster des Toten waren. Es erweist sich, dass Wellauer neben allem anderen auch noch pädophil war und seine zwölfjährige Stieftochter missbrauchte.

Diese Information führt den venezianischen Ermittler einerseits zu einem überraschenden Ergebnis, stellt ihn andererseits jedoch vor ein moralisches Problem, welches sich nicht so einfach lösen lässt.

Schauspieler

  • Uwe Kockisch als Commissario Guido Brunetti
  • Julia Jäger als Paola Brunetti
  • Karl Fischer als Sergente Vianello
  • Michael Degen als Vice Questore Patta
  • Annett Renneberg als Elettra Zorzi
  • Laura Syniawa als Chiara Brunetti
  • Pattrick Diemling als Raffi Brunetti

In weiteren Rollen

  • Leslie Malton als Flavia Petrelli
  • Peter Fitz als Conte Orazio Falier
  • Gesine Cukrowski als Brett Lynch
  • Susanne Simon als Elisabeth Wellauer
  • Dietmar Mössner als Alvise

Regie: Sigi Rothemund
Drehbuch: Kathrin Richter, Ralf Hertwig

Produzenten: Malte Grunert
Produktionsleiter: Enrico Ballarin

Regieassistenz: Ronny Bregulla