Donna Leon - Wie durch ein dunkles Glas

Romanvorlage: Commissario Brunettis fünfzehnter Fall
Erstausstrahlung: 22. Oktober 2009

Inhalt

Murano-Glas, das in den Glasbläserfabriken der etwa 1 Kilometer nördlich von Venedig gelegenen Inselgruppe Murano gefertigt wird, ist schon seit Jahrhunderten bekannt. Giovanni de Cal ist der streitlustige Besitzer einer der Glasfabriken auf Murano, dessen Geschäfte jedoch eher schlecht gehen.

Bei einem Streit mit seiner Tochter Assunte, die in der Fabrik ebenfalls Glaswaren herstellt, droht er ihr mit Enterbung. Am nächsten Morgen wird Commissario Brunetti benachrichtigt, dass es auf Murano einen Todesfall gegeben habe.

Als er sich in Begleitung seines Assistenten Sergente Vianello in der Glasmanufaktur de Cal einfindet, werden die beiden von Dr. Aurono davon in Kenntnis gesetzt, dass Giovanni de Cal tot vor einem Brennofen gelegen habe und aufgrund der längeren großen Hitzeeinwirkung mumifiziert sei. Es stehe jedoch unzweifelhaft fest, dass de Cal ermordet worden sei.

Bei den ersten Nachforschungen stellt sich heraus, dass Giorgio Tassini, ein Mitarbeiter der Glasmanufaktur, schon diverse Briefe an die Questura geschrieben hat, in der er darauf hinweist, dass de Cal in seiner Fabrik Schadstoffe verwendet, die nicht mehr zugelassen sind. Als Brunetti und Vianello sich mit Tassini über den Tod seines Chefs unterhalten wollen, ist dieser zunächst der Meinung, die Beamten kämen auf Grund der von ihm verfassten und gesendeten Briefe.

Im Gespräch mit Tassini finden die beiden Ermittler heraus, dass Tassini seinen mittlerweile toten Chef dafür verantwortlich macht, dass seine kleine Tochter mit einer Behinderung zur Welt kam und seitdem ständige Überwachung und Medikation benötigt. Die Schadstoffe, die in der Fabrik verarbeitet würden, hätten zu einer Veränderung der Erbanlagen geführt, die zu der Behinderung seiner Tochter geführt hätten.

Während sich Brunetti am Abend in einer nahe der Glasmanufaktur de Cal befindlichen Bar einen Espresso gönnt, betrachtet er die an der Wand hängenden Schwarzweiß-Fotos und stellt fest, dass sein Vater auf einem der Bilder zu sehen ist. Im Gespräch mit dem Wirt erzählt Brunetti, dass sein Vater als Glasbläser auf der Insel tätig war. Später sieht Brunetti Assunta de Cal vorbeigehen und folgt ihr. Kurz darauf wird die Leiche des toten Giorgio Tassini in einem Wasserbecken gefunden.

Tags darauf hat Signorina Elletra die von Tassini verfassten Briefe gefunden und in einem in der Wohnung der Tassinis gefunden Buch finden Commissario Brunetti und Vianello Hinweise, die sie zu einer Durchsuchung der Fabrik de Cals veranlassen. Dabei finden die beiden Polizisten heraus, dass Tassinis Vorwürfe scheinbar der Wahrheit entsprechen. In einem Auffangbecken wird belastetes Wasser gesammelt und in regelmäßigen Abständen abtransportiert und entsorgt.

Laut den Unterlagen des Unternehmens ist dies jedoch schon seit langem nicht mehr geschehen. Sergente Vianell stellt fest, dass sich an einer unteren Ecke des Beckens ein Ablauf befindet, von wo aus ein Rohr in den Boden verläuft. Sowohl der Ablauf als auch das Rohr waren durch eine Kiste und anderen Unrat getarnt. Daraufhin lässt Brunetti einen Bagger auf halbem Weg zur Lagune das Rohr freilegen, wobei sich herausstellt, dass es eine Abzweigung gibt, die zu einer anderen Fabrik zu führen scheint.

An der Austrittstelle des Rohres ins Meer werden Wasserproben genommen und das Labor weist ein unglaublich hohes Maß an Schadstoffen nach. Dann jedoch erscheint Assunta de Cal in der Questura und weist Brunetti anhand der Wareneinkaufslisten nach, dass im Betrieb ihres Vaters schon seit langem keine Schadstoffe mehr eingesetzt wurden. Da ihr Vater die Rechnungen nicht bezahlt hatte, hatten seine Lieferanten sich geweigert, ihn erneut mit Ware zu beliefern.

Wenn die Glasmanufaktur de Cal nicht verantwortlich war, wer hat dann die verseuchten Abwässer ins Meer geleitet? Besteht die Möglichkeit, dass Gianluca Fasano, der für das Amt des Bürgermeisters von Venedig kandidiert, etwas mit der Angelegenheit zu tun hat?

Schauspieler

  • Uwe Kockisch als Commissario Guido Brunetti
  • Julia Jäger als Paola Brunetti
  • Karl Fischer als Sergente Vianello
  • Michael Degen als Vice Questore Patta
  • Annett Renneberg als Elettra Zorzi
  • Laura Syniawa als Chiara Brunetti
  • Pattrick Diemling als Raffi Brunetti

In weiteren Rollen

  • Katharina Wackernagel als Assunta De Cal
  • Heikko Deutschmann als Gianluca Fasano
  • Anaid Iplicjian als Tante Sophia
  • Andreas Schmidt als Giorgio Tassini
  • Birte Schade als Sonia Tassini
  • Wolfgang Hinze als Giovanni De Cal
  • Ueli Jäggi als Dr. Stefano Aurono (Pathologe)

Regie: Sigi Rothemund
Drehbuch: Donna Leon, Holger Joos

Produzenten: Benjamin Benedikt, Nico Hofmann
Produktionsleiter: Jürgen Schott

Kamera: Dragan Rogulj
Musik: André Rieu