Georges Simenon

Georges Joseph Christian Simenon wurde am 13.02.1903 als ältester Sohn des schlecht bezahlten Buchhalters Désiré Simenon und seiner Frau Henriette Brüll in Lüttich, dem kulturellen Zentrum der Wallonischen Region Belgiens, geboren.

Zunächst besuchte Georges eine katholische Grundschule und anschließend ein Jesuitenkolleg. Da sein Vater als schlecht bezahlter Buchhalter tätig war und seine Mutter keiner beruflichen Tätigkeit nachging, können die Verhältnisse, in denen Georges Simon aufwuchs, bescheiden genannt werden. Diese Situation änderte sich erst, nachdem die Familie in ein Haus in der Rue de la Loi umzog und fortan Studenten als Untermieter aufnahm.

Diese Studenten, die aus Polen, Rumänien und Russland kamen, ermöglichten der Familie bessere Verhältnisse und durch diese Studenten kam Georges Simenon in Kontakt mit Büchern von Dostojewskij, Gorki oder Gogol. Als sein Vater einen Herzinfarkt erlitt, verließ Georges die Schule, um eine Lehre zu beginnen.

Zunächst begann er eine Ausbildung als Buchhändler, aus der er jedoch bereits nach einigen Wochen entlassen wurde. Die im Anschluss daran begonnene Ausbildung zum Konditor endete ebenfalls nach kurzer Zeit, woraufhin Georges Simenon als Lokalreporter bei der Gazette de Liège begann. Hierbei war er im Rahmen seiner Tätigkeit auch für die Polizeiberichte zuständig.

Im Jahr 1920, gerade 17 Jahre alt, veröffentliche Georges Simenon unter dem Namen Georges Sim seinen ersten Roman. In Lüttich lernte Simon die Malerin Régine Renchon kennen und verlobte sich 1921 mit ihr. Im Jahr 1922 verzog er mit seiner Verlobten von Lüttich nach Paris, wo er als Privatsekretär und Reisebegleiter des wohlhabenden Marquis de Tracy tätig war.

1923 heirateten Georges und Régine und 1925 verpflichtete sich Simenon, für einen Verlag regelmäßig Geschichten, so genannte Trivialliteratur, zu schreiben. Dieser Tätigkeit ging er acht Jahre lang nach, wobei er über 200 Bücher unter über 20 verschiedenen Namen (Pseudonymen) schrieb.

Diese Tätigkeit erbrachte ihm eine gewisse finanzielle Sicherheit, die es ihm ermöglichte, fortan Reisen zu unternehmen und die Welt zu sehen. 1928 befuhr Simenon in Begleitung seiner Frau und einer Haushälterin während des Sommers auf seinem eigenen Boot „Ginette“ Frankreichs Flüsse und Kanäle und ließ im Jahr darauf das Boot „Ostrogoth“ bauen. Mit diesem Boot folgten daraufhin Reisen nach Holland, Norwegen und Belgien.

Im Jahr 1929 erscheint Simons erstes Buch unter seinem eigenen Namen, der Roman, in dem Kommissar Maigret zum ersten Mal ermittelt. Allerdings war der Pariser Kommissar bereits in vier anderen Geschichten in Erscheinung getreten, die Simenon unter einem Pseudonym veröffentlicht hatte. Der damalige Workaholic schrieb damals teils bis zu 80 Seiten am Tag und Teile dieses Romans entstanden in einem Café in der niederländischen Provinz Groningen.

Im Jahr 1934/35 unternahm der Schriftsteller mit seiner Frau eine Weltreise, die ihn von New York aus über Panama, Kolumbien, die Galapagos-Inseln und Tahiti bis nach Afrika führt. Im Jahr 1939 wurde Simons Sohn Marc geboren. Während der Besatzungszeit blieb die Familie in Frankreich und der Schriftsteller veröffentlichte weiter sehr erfolgreich Romane um seinen Pariser Kommissar Maigret. Und auch beim Film kam der Polizeiermittler gut an, so das während der Besatzungszeit 9 Filme nach Vorlagen seiner Bücher gedreht wurden.

Nach Kriegsende gelangte die Familie über Kanada nach Tucson in den US-Bundesstaat Arizona, wo sie sodann lebte. Simenon engagierte Denyse Ouimet als seine Sekretärin. Als 1948 ihr gemeinsamer Sohn John geboren wurde, erfolgte im Jahr darauf die Scheidung von seiner Frau Régine. Im selben Jahr heiratete der Schriftsteller Denyse und das Ehepaar lebte in den nächsten Jahren im US-Bundesstaat Connecticut, wo 1952 die gemeinsame Tochter Marie-Jo geboren wurde. 1955 zog es George Simon und seine Familie zurück nach Euruopa und der zukünftige Wohnsitz lag im schweizerischen Lausanne am Genfersee, wo auch 1959 Sohn Pierre zur Welt kam.

1966 erhielt Georges Simon den Grand Master Award der Mystery Writers of America, einem Verband amerikanischer Krimi-Schrifsteller. Im Jahr 1973 zog sich der berühmte Schriftsteller nach und nach zurück und wurde im Jahr darauf mit dem Grand Master der Schwedischen Krimiakademie ausgezeichnet.

George Simon verfasste in seinem Leben über 400 Romane, die in über 60 Sprachen übersetzt und über 500 Millionen Mal verkauft wurden und gehört damit zu den meistgelesenen Autoren der Welt. Film und Fernsehen hatten großes Interesse an Kommissar Maigret, so dass ab 1941 viele seiner Abenteuer verfilmt wurden, wobei Jean Gabin (ab 1949) und Jean Rechard (ab 1967) die wohl bekanntesten Darsteller des Jules Maigret sein dürften.

George Simenon verstarb am 04.09.1989 im Alter von 86 Jahren in Lausanne an Krebs.