Hercule Poirot in Film und Fernsehen

Zu den bekanntesten Verfilmungen um den brillianten Privatdetektiv Hercule Poirot zählen sicherlich die folgenden:

  • Der Tod auf dem Nil (aus dem Jahr 1978) mit Sir Peter Ustinov als Hercule Poirot sowie Bette Davis, David Niven, Mia Farrow, Jane Birkin und Angela Landsbury in weiteren Rollen.
  • Das Böse unter der Sonne (aus dem Jahr 1982) mit Sir Peter Ustinov als Hercule Poirot sowie Jane Birkin, Guy Hamilton, Cole Porter und Colin Blakely in weiteren Rollen.
  • Rendezvous mit einer Leiche (aus dem Jahr 1988) mit Sir Peter Ustinov als Hercule Poirot sowie Lauren Bacall, Carrie Fisher und David Soul in weiteren Rollen.

Dass diese drei Verfilmungen von Romanen der Autorin Agatha Christie um Hercule Poirot zu den bekanntesten in Deutschland zählen, liegt zu einem großen Teil auch daran, dass Sir Peter Ustinov sehr bekannt ist und natürlich daran, dass diese drei Filme immer wieder in Wiederholungen gezeigt werden. Mindestens ebenso bekannt ist jedoch auch der Film Mord im Orient Express (aus dem Jahr 1974), in dem Albert Finney die Rolle des Hercule Poirot übernimmt.

Finney legt sein Spiel sehr nah an die literarische Vorlage der Autorin an und wurde für seine wundervolle Darstellung mit einer Nominierung für einen Oscar in der Kategorie Bester Hauptdarsteller belohnt. Leider spielte Albert Finney die Rolle des Hercule Poirot nur ein Mal. In keiner dieser drei Verfilmungen spielt jedoch Poirots Freund Captain Hastings mit und auch Mrs. Oliver spielt nicht mit, mit der Poirot schon einige Male gemeinsam ermittelt hat.

Bereits Mitte der 1980er Jahre begann Rosalind Hicks, die Tochter von Agatha Christie, gemeinsam mit dem Produzenten Brian Eastman mit den Vorbereitungen, alle Fälle des belgischen Detektivs zu verfilmen.

Die Wahl, die Rolle des Poirot zu spielen, fiel dabei auf den Schauspieler David Suchet und nachdem man sich 1987 seiner Mitarbeit versichern konnte, begann der englische Fernsehsender LWT (London Weekend Television) mit den Dreharbeiten zu der mittlerweile über sechzig-teiligen Serie. Ebenso wie auch Albert Finney liegt David Suchets Darstellung sehr nah an der literarischen Vorlage.

Besonderen Wert wurde auf eine authentische Ausstattung gelegt. Dies spiegelt sich auch darin wieder, dass historische Autos und Kutschen ebenso zu sehen sind wie auch die authentische Inneneinrichtung von Häusern. Darüber hinaus wurden Straßen, Brücken, Bahnhöfe und andere öffentlich Einrichtungen mit viel Liebe zum Detail umgestaltet, so dass sie zu der Epoche, in der die Serie spielt, passten.

Auch auf Grund dieser Detailliertheit, im Wesentlichen aber auf der literaturgerechten Darstellung des belgischen Detektivs beruht der große Erfolg der Serie. Die Kurzgeschichten, in denen Hercule Poirot mitspielte, wurden für das Fernsehen in Folgen zu je 50 Minuten verarbeitet. Die Verfilmungen der Romane hingegen hatten eine Spielzeit von jeweils 100 Minuten.

Ab 2004 produzierte der japanische Fernsehsender NHK (Nippon Hōsō Kyōkai) eine fast vierzig-teilige Anime-Serie, die den Titel Agahta Christie's Detectives Poirot and Marple trug, in der einige der bekanntesten Geschichten um Hercule Poirot und Miss Marple verarbeitet wurden.