Inspektor Barnaby

Inspektor Tom Barnaby, eigentlich DCI Barnaby (Detective Chief Inspector) ist ein britischer Ermittler, der mit seiner Frau in der ländlichen Grafschaft Midsomer lebt und der Feder der Autorin Caroline Graham entstammt.

Seine Frau Joyce steht dem Beruf und den damit verbundenen Unwägbarkeiten ihres Mannes mit Geduld gegenüber. Sie selbst beschäftigt sich neben dem Haushalt mit der Ausübung ehrenamtlicher, karitativer und kultureller Aufgaben innerhalb der Grafschaft.

Ihre gemeinsame Tochter Cully geht ihrem Wunsch nach Schauspielerin zu werden, wobei es ihr bisher noch nicht gelungen ist, sich einen Namen zu machen. Aus diesem Grund ist sie immer wieder zu Gast im Haus ihrer Eltern – um Kosten zu sparen und auch, um sich von diesen aufmuntern zu lassen.

Gemeinsam mit seinem Assistenten Detective Sergeant Gavin Troy geht Inspektor Barnaby seinen Ermittlungen zur Aufklärung der unterschiedlichsten Fälle nach. Im Verlaufe der Serie wechselten die Assistenten, so dass DS Troy von DS Dan Scott abgelöst wurde und dieser wiederum von DS Ben Jones.

Die Fälle, in denen DCI Barnaby ermittelt, spielen in dem ländlichen und idyllischen, nichts desto trotz fiktiven, Midsomer. Die Schriftstellerin Caroline Graham schildert die Bewohner von Midsomer als liebenswerte, teils exzentrische, Menschen, die sich um ihr Haus und ihren Garten kümmern und ihrer Arbeit nachgehen.

Die ländliche Welt, in der die Kriminalfälle spielen, erinnert in ihrer altmodischen Darstellung ein wenig an Agatha Christie, die Queen of Crime. Miss Marple jedenfalls würde sich in der Grafschaft Midsomer in jedem Fall sehr wohl fühlen – würden sie deren Bewohner doch stark an die Bewohner ihres eigenen Wohnortes St. Mary Mead erinnern.

Obwohl die Bewohner von Midsomer liebenswert zu sein scheinen, gehören Mord, Totschlag und Erpressung für Inspektor Barnaby und seinen Assistenten zum Alltag. Dabei erweist sich, dass den Bewohnern der Grafschaft eine gewisse Kreativität zu eigen ist, wenn es darum geht, ihre Mitmenschen vom Diesseits ins Jenseits zu befördern.

Ein als Mordinstrument verwendeter Kerzenleuchter oder eine Heugabel muten dabei schon beinahe langweilig an. Zumindest wenn man diese Mordwerkzeuge mit Fällen vergleicht, in denen ein Diaprojektor, ein Pflug oder flüssiges Nikotin als Mordinstrumente verwendet wurden. In jedem Falle allerdings benötigt man ein großes Maß an Fantasie und Kreativität, um auf die Idee zu verfallen, jemanden mit einem gedopten Pferd oder einer Getränkebar zu ermorden.

Die Fälle, in denen Inspector Barnaby ermittelt, zeigen wunderbar auf, dass sich, wie bei Agatha Christie, hinter einer Fassade von Liebenswürdigkeit und Wohlanständigkeit menschliche Abgründe verbergen können, die auf den ersten Blick kaum ersichtlich sind.

Für die Ermittler ist es häufig schwierig, zunächst einmal herauszufinden, welche dieser menschlichen Abgründe möglicherweise mit dem aktuellen Fall zu tun haben, und welche sie ignorieren müssen, um ihrem Ziel, nämlich der Aufklärung des Falles, näher zu kommen.

Inspector Barnaby geht seinen Ermittlungen mit Scharfsinn und Einfühlungsvermögen nach, wobei ihm auch sein Humor und sein menschliches Verständnis häufig von Nutzen sind. Mit diesen Eigenschaften ausgerüstet gelingt es ihm immer, das begangene Verbrechen aufzuklären und den oder die Täter der gerechten Strafe zuzuführen.

Übrigens sind es genau diese Fähigkeiten, die Barnabys Assistenten DC Troy fehlen. Ähnlich wie Captain Hastings, der Freund von Hercule Poirot, tappt auch DC Troy meist im Dunkeln und wäre ohne seinen Chef kaum in der Lage, einen Fall aufzuklären.