Lisbeth Salander

Lisbeth Salander ist ein fiktiver Charakter, der von dem Autor und Journalisten Stieg Larsson erschaffen wurde. Sie ist die weibliche Protagonistin in seiner Literaturtrilogie „Millenium“ („The girl with the dragon tattoo“, „The girl who played with fire“, „The girl who kicked the hornets nest“ zu Deutsch „Verblendung“, „Verdammnis“ und „Vergebung“)

Lisbeth Salander wurde am 30.04.1978 geboren und ist eine Hackerin, die als Privatdetektivin für die Sicherheitsfirma Milton Security arbeitet. Sie ist 1,54 m groß, spindeldürr und trägt ihre normalerweise roten Haare raspelkurz und tiefschwarz. Hauptsächlich trägt sie Stiefel, enge Jeans und eine Lederjacke, alles bevorzugt in schwarz gefärbt. Sie steht unter gesetzlicher Vormundschaft, da sie nach Meinung des Vormundschaftsgerichts durch ihre durch Gewalt und sexuellen Missbrauch geprägte Kindheit nicht mehr dazu in der Lage ist, für sich selbst Verantwortung zu tragen.

Ihr Vater war ein russischer Spion, der über Deutschland nach Schweden kam, wo er dann absolute diplomatische Immunität hatte. Daher konnte er ungehindert seine Familie tyrannisieren. Insbesondere seine Ehefrau, die er physisch und psychisch missbrauchte. Dies wurde jedoch aufgrund seiner Immunität von den Ordnungsämtern ignoriert. Lisbeth versuchte stets alles, um ihre Mutter zu schützen, im Gegensatz zu ihrer Zwillingsschwester, Camilla. Diese versuchte nur, ihrem Vater zu gefallen und zu imponieren und ignorierte dabei, dass er Mutter und Tochter missbrauchte.

Im Alter von 12 Jahren zündete Lisbeth Salander ihren Vater mithilfe eines Molotow-Cocktails an, den sie in sein Auto warf, nachdem er ihre Mutter erneut brutal zusammengeschlagen hatte. Daraufhin wurde sie in eine Kinder- und Jugendpsychiatrie gesteckt, um den Schein der heilen Familie zu wahren. Kurze Zeit später wurde auch ihre Mutter in ein Heim gesteckt, da sie durch den jahrelangen Missbrauch körperlich und seelisch am Ende war.

Der Charakter Salanders wird beschrieben mit „(dem) neue(n) Gesicht des Feminismus“. Dem Stil nach zu urteilen, würde Salander wohl irgendwo zwischen Gothic und Punk eingeordnet werden und ist eine extreme Raucherin mit bisexuellen Tendenzen. Sie ist außerordentlich intelligent und besitzt ein fotografisches Gedächtnis. Sie ist eine Expertin in Computerangelegenheiten und eine große Nummer im Bereich des Hackens. Sie arbeitet stets unter dem Pseudonym „Wasp“ (Wespe).

Seit Ihrer Kindheit trainiert Lisbeth Salander das Boxen. Doch obwohl Salander außerordentlich intelligent ist, hat sie große Probleme auf der sozialen und zwischenmenschlichen Basis. Sie ist sehr introvertiert, hat Schwierigkeiten sich Menschen anzuvertrauen und Freunde zu finden. Anzeichen des Asperger Syndroms sind bei Lisbeth Salander deutlich zu erkennen und auch vom Autor Stieg Larsson gewollt. Diese emotionalen Probleme resultieren aus ihrer schweren Kindheit. Daraus erfolgt ebenfalls die krankhafte Abscheu gegenüber Männern, wobei Salander auch nicht davor zurückschreckt extreme Gewalt gegen Männer anzuwenden.

Lisbeth Salander hat eine gepiercte Augenbraue, eine gepiercte Zunge sowie eine gepiercte Nase, einen gepiercten Bauchnabel und gepiercte Ohren. Außerdem hat sie mehrere Tattoos, die über den ganzen Körper verteilt sind. Der größte Teil ihres Körpers wird von einem riesigen Drachen geziert, der den Rücken kreuzt und im Nacken eine Wespe küsst.

Die zweite Hauptfigur in den Büchern Larsons ist der Journalist Michael Blomkvist, der mit Lisbeth Salanders Hilfe im ersten Band der Trilogie versucht, das mysteriöse Verschwinden eines Mädchens aufzuklären, das vor 44 Jahre verschwunden ist und dabei selbst zum Ermittler und später fast zum Opfer wird.

Die Methoden, die Lisbeth Salander bei ihrer Ermittlungsarbeit an den Tag legt, sind sehr unkonventionell und weitestgehend illegal. Der Erfolg bei den Ermittlungen spricht aber für sie, so dass ihr Chef Dragan Armanskyin der Detektei Milton Security nicht groß nachfragt, wie sie an ihre Ermittlungsergebnisse gekommen ist. Als Privatdetektivin geht Lisbeth Salander über die Grenzen des Erlaubten hinaus, wenn es um den Ermittlungserfolg geht und auch im Privatleben sind ihre Grenzen sehr weit gesteckt.