Nick Knatterton

Nick Knatterton ist ein Meisterdetektiv, der ab dem Jahr 1950 schwierige Fälle löste.

In Wirklichkeit hieß Nick Knatterton ganz anders: Sein echter Name lautet Nikolaus Kuno Freiherr von Knatter. Das Stammschloss seiner Ahnen liegt am gleichnamigen Fluss in der Nähe von Kyritz. Seine Mutter ist Corinna, geborene Gräfin Bum zu Bimsburg.

Sie las von früh bis spät nur Kriminalromane, auch in dem denkwürdigen Moment, als Nick geboren wurde. Als die Hebamme sagte, es sei ein Junge, antwortete sie: „Der Gatte war der Täter.“ Nicks Vater ist Kasimir Kuno Freiherr von Knatter, von den Kameraden im Offizierskasino kurz Kalauer Kuno genannt. Sobald Nick lesen konnte, verschlang er die Kriminalromane seiner Mutter.

Als der dann 16 jährige erklärte, er wolle Meisterdetektiv werden, wurde der Familienrat einberufen und man beschloss, dass eine solche Tätigkeit nicht unter dem Namen derer von Knatter erfolgen dürfe. Daher wurde der Name Knatterton geboren.

Knatterton ist Verfechter der humanen Gewaltanwendung. Er zielt dabei stets auf die Kinnspitze des Widersachers, um diesen kurz kampfunfähig zu machen, ohne dabei aber dessen Gesundheit zu schädigen. Nick Knatterton erfand Kinnhakenvarianten für alle Situationen. Sein „Maulesel-KO“ für Angreifer von hinten, ist besonders wirkungsvoll durch das glücksbringende Hufeisen unter dem Schuhabsatz.

Der Ellenbogenkinnhaken sitzend rückwärts gelingt am besten, wenn ein Spiegel Hilfestellung leistet. Absolute Spitze ist sein vierfach KO aus dem Stand, dessen unheimliche Präzision mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen ist. Knatterton vereint aber seine körperlichen Fähigkeiten mit seinem genialen Verstand. Mit seiner einzigartigen Kombinationsgabe löste er die kompliziertesten Kriminalfälle in aller Welt.

In Indien spürte er den abhanden gekommenen Diamantenkoffer des Maharadschas Nawarthmal von Lextropur auf. Im wilden Westen rettete er für die Schönheit Prysicilla Cornflake das Gold der Goldader von Bloody Corner. In Paris klärte er den Diebstahl der Kreationen des Modeschöpfers Eugene de la Tay auf und in Venedig überführte und ergriff er die ganze Bande des Hoteldiebes Macco Maffiano. Diese und viele weitere spektakuläre Fälle löste Knatterton mit Charme und Verstand.

Erstmalig erschien er als Comicfigur 1950 in der Zeitschrift Quick, wo seine Abenteuer bis 1959 erschienen. Erfinder war der Journalist und Karikaturist Manfred Schmidt, der von sich selber behauptet, gar nicht richtig zeichnen zu können, sondern nur 4 Standardgesichter zu beherrschen, die er dann variieren würde. Diese perfektionierte er aber mit Bravour.

Von 1952 an erschien Knatterton in Sammelbänden. Die Geschichten aus der Quick waren darin nochmals überarbeitet worden. In den 70er Jahren gab es auch eine Gesamtausgabe aller Nick Knatterton Abenteuer, die allerdings unvollständig war. Die fehlenden Fälle wurden später im Comic Forum veröffentlicht.

Jahre später gab es dann weitere Gesamtausgaben, die dann vollständig waren. Auch auf der Leinwand machte Nick Knatterton eine gute Figur, denn es gibt die Zeichentrickserie in einer TV-fassung, die auch als DVD erfolgreich ist. Verfilmungen mit echten Schauspielern gab es gleichfalls, doch wurden diese von Manfred Schmidt nicht wohlwollend aufgenommen. Hingegen sind die Hörbuchfassungen durchaus noch an den Comicserien angelehnt.

Berühmt wurde der Ausspruch Knattertons „Kombiniere …“, der seinerzeit in den damaligen alltäglichen Sprachgebrauch aufgenommen wurde, heute aber nur noch selten genutzt wird, da jüngere Menschen mit Nick Knatterton nicht mehr sehr vertraut sind.