Pater Brown

Der englische katholische Pater Brown wuchs in Essex auf und besuchte das fiktive Mandeville College an der Universität von Oxford, einer der ältesten Universitäten der Welt. Eine Schwester und eine Nichte sind die einzigen Verwandten des Paters, zu denen er jedoch nur wenig Kontakt hat.

Der kleine Pater war einige Zeit in einem Gefängnis in Chicago in den USA tätig und wirkte im Laufe der Zeit an mehreren Pfarrstellen, zu denen unter anderem St. Dominic in London, das kleine Dorf Bohun Beacon sowie Scarborough zählen. Darüber hinaus hat er in Afrika versucht, die Menschen zum katholischen Glauben zu bekehren. Außerdem war er auch in Deutschland, Frankreich, Italien und Mexiko tätig. Pater Brown weiß eine gute Zigarre oder Pfeife zu schätzen und genießt von Zeit zu Zeit gern ein Glas Bier oder Wein.

Der Schriftsteller H.G. Chesterton beschrieb Pater Brown als kleinen und fein gebauten Mann mit einem großen Kopf, dessen rundes Gesicht stumpf sei und einem Vollmond ähnele. Seine Züge seien grau und ausdruckslos. Seine Sehkraft sei nicht die Beste, weswegen er die Augen zusammenkneift, wenn er nicht seine Brille benutzt. Sofern er sich in Gedanken befinde, würde er häufig blinzeln.

Pater Brown ist fest in seinem Glauben verwurzelt und hegt eine gewisse Skepsis gegenüber Menschen, für die Wahrheit nur aus wissenschaftlich beweisbaren Fakten bestehe. Ebenso skeptisch tritt er dem Glauben gegenüber, dass man Dinge durch Maschinen beherrschen könne. Das größte Hobby des Paters ist es, Kriminalfälle zu lösen.

Auf dem Weg zur Lösung eines Falles versucht er, sich in den Täter hinein zu versetzen und so, durch Imagination, das Verbrechen selbst zu begehen. Im Mittelpunkt der Geschichten steht immer der Mensch mit all seinen Stärken und Schwächen.

Im Rahmen seiner priesterlichen Arbeit konnte er bei den abgelegten Beichten immer wieder in die Abgründe des menschlichen Lebens blicken. Und diese Kenntnis um die Stärken und Schwächen seiner Schäfchen hilft Pater Brown immer bei der Lösung eines Falles.

Man könnte sagen, dass der Amateurdetektiv Pater Brown der Erste war, der zur Aufklärung eines Verbrechens die notwendige Psychologie eines in Frage kommenden Verdächtigen mit einbezog und sozusagen zum ersten Profiler wurde. Erleichternd bei der Verfolgung eines Falles ist es für Pater Brown, dass er als unscheinbarer Geistlicher viele Informationen zugetragen bekommt, die die Polizei niemals erhalten würde.

Entgegen der Intention des berühmten Sherlock Holmes ist Pater Browns Interesse, einen Verbrecher der Justiz zuzuführen, jedoch eher gering. Vielmehr will er den Täter davon überzeugen, eine freiwillige Beichte abzulegen und den reuigen Menschen so zu Gott führen.

Ein gutes, wenn nicht gar das beste Beispiel hierfür ist der Trickdieb Hercule Flambeau, der im bürgerlichen Leben Duroc heißt. Pater Brown hat Flambeau auf seine eigene Art und Weise überführt und bekehrt. Später wurde aus dem einstigen Trickdieb und Meisterverbrecher der Detektiv und beste Freund von Pater Brown.