Perry Mason

Perry Mason ist ein hervorragender Strafverteidiger und betreibt ein Anwaltsbüro in Los Angeles, Kalifornien. Am Anfang jeder Folge der Fernsehserie wird natürlich ein Verbrechen begangen. Dieses Verbrechen wird grundsätzlich immer einer unschuldigen Person zur Last gelegt, die sodann durch Perry Mason anwaltlich vertreten wird.

Seine Mandanten werden von dem Staatsanwalt Hamilton Burger angeklagt und im Verlauf jeder Folge versucht der Rechtsanwalt herauszufinden, wer die Tat wirklich beging. Dabei helfen ihm die gesammelten Indizien, die er im Finale jeder Folge vor Gericht darlegt. Oftmals gelingt es ihm dabei, den wahren Täter zu entlarven, so dass dieser im Zeugenstand ein Geständnis ablegt und der gerechten Strafe zugeführt werden kann.

Bei seinen Mandanten handelt es sich meist um gut aussehende Frauen, deren Unschuld er so am Ende beweist und die dann natürlich auch freigesprochen werden.

Die Hintergründe der Taten, in denen Perry Mason und der Privatdetektiv Paul Drake für den Mandanten ermitteln umfassen die gesamte Bandbreite des Krimis. Eifersucht und verschmähte Liebe führten ebenso zum Tod eines Opfers wie Geldgier und Erpressung. Der Staatsanwalt ist natürlich immer der Verlierer, dem Perry Mason in jeder Folge zeigt, dass der oder die Angeklagte die Tat nicht begangen hat. Das ganz große Finale findet dann in Form der Gerichtsverhandlung und der Überführung des wahren Täters statt.

Dass jede Folge nach demselben Schema abläuft, klingt zwar zunächst eher langweilig, hat aber in den 271 Folgen, die in Deutschland ausgestrahlt wurden, sehr gut funktioniert.

Vielleicht auch deshalb, weil es sich nicht um eine reine Anwaltserie handelt. Unterstützung bei seinen Ermittlungen erfährt er durch den Privatdetektiv Paul Drake sowie seine treue Sekretärin Della Street.

Die TV-Serie Perry Mason basiert auf einer Mischung aus Rechtsanwalt und Privatdetektiv, dessen Einzelteile zwar immer dieselben sind, die aber kontinuierlich neu zusammengesetzt werden müssen. Dabei darf natürlich auch das dramatische Element in Form der Verhandlung vor Gericht nicht fehlen, in welcher der Rechtsanwalt Richter und Staatsanwalt die Indizien präsentiert und dabei den wahren Täter überführt.

Perry Mason – die TV-Serie

Die Serie wurde in den USA von 1957 bis 1966 in über 300 Folgen ausgestrahlt. Die Rolle des Perry Mason wurde dabei in allen Folgen von Raymond Burr dargestellt. Den Privatdetektiv Paul Drake spielte William Hopper und Della Street wurde von Barbara Hale gespielt.

Im Jahr 1973 wurden neue Folgen der Serie gedreht – allerdings nicht mit Raymond Burr als Perry Mason. Die Rolle des Strafverteidigers wurde mit Monte Markham besetzt. Diese neuen Folgen kamen bei den Zuschauern allerdings überhaupt nicht an, weswegen die Produktion nach nur einer Staffel wieder eingestellt wurde. Scheinbar war der Erfolg der Original-Serie nicht zuletzt auch ihrem Hauptdarsteller Raymond Burr zu verdanken.

Doch dies war nicht das endgültige Aus. Von 1985 bis 1993 wurden weitere 30 Folgen der Serie ausgestrahlt, in der die Rolle des Perry Mason wieder durch, den mittlerweile schwer erkrankten, Raymond Burr gespielt wurde. Von der Originalbesetzung der 50er und 60er Jahre spielte nur noch Barbara Hale als Masons Sekretärin Della Street mit. Auf Grund seiner Erkrankung konnte der Hauptdarsteller Raymond Burr bei den Dreharbeiten zu den neuen Folgen am Set nur unter starken Schmerzen arbeiten. Die neuen Folgen hatten mit jeweils 90 Minuten Spielfilmlänge.

Der 1970 verstorbene William Hoppe wurde durch Barbara Hales Sohn William Katt ersetzt, der die Rolle des Paul Drake jr. bis 1988 spielte. Danach arbeitete Perry Mason mit Ken Malansky (dargestellt durch William R. Moses) zusammen.

Raymond William Stacey Burr verstarb nach einer Krebserkrankung am 12.09.1993 auf seiner Ranch in Sonoma, Kalifornien. Neben seiner Tätigkeit als Schauspieler beschäftigte er sich mit Weinanbau und Orchiedeenzucht, wobei er eine seiner Züchtungen nach seiner Kollegin Barbara Hale benannte.

Raymond Burr wurde für seine Rolle als Perry Mason zwei Mal mit einen Emmy ausgezeichnet.
Obwohl Raymond Burr nicht mehr lebte, gab es zwei weitere Filme der Serie. Perry Mason galt in beiden Folgen als abwesend und Della Street sowie Ken Malansky standen einem anderen Anwalt zur Seite.

Weitere Personen im Umfeld von Perry Mason

  • Della Street, Sekretärin (Barbara Hale)
  • Paul Drake, Privatdetektiv (William Hoppe)
  • Paul Drake jr., Privatdetektiv 1985-1988 (William Katt, Sohn von Barbara Hale)
  • Ken Malansky, Privatdetektiv 1989-1993 (William R. Moses)
  • Lt. Arthur Tragg, Polizist 1957-1965 (Ray Collins)
  • Lt. Steve Drumm, Polizist 1965-1966 (Richard Anderson)
  • Hamilton Burger, Staatsanwalt (William Talmann)

Hintergründe

Perry Mason gilt als der Ursprung aller TV-Anwälte und soll sogar Studenten inspiriert haben, selbst als Anwalt tätig zu werden. Unter anderem dürfte auch die sehr erfolgreiche deutsche Serie „Ein Fall für Zwei“ durch Erle Stanley Gardners Serie inspiriert worden sein.

Perry Mason erblickte das Licht der Welt in „The Case of the Velvet Claws“. In diesem Buch hatte Perry Mason einen ersten kurzen Auftritt.

Erle Stanley Gardner sagte 1964 in einem Interview, er hielte in seinen Büchern um den Rechtsanwalt Perry Mason alles so vage wie möglich, damit sich der Leser ein eigenes Bild machen kann. Der Autor hielt sich in seinen Büchern nicht mit Nebensächlichkeiten wie der Beschreibung von Personen oder Örtlichkeiten auf. Atmosphärische Dichte erfuhren die Geschichten durch die Arbeitsweise ihres Titelhelden.

Mason beschreibt sich selbst gern als Spezialist, der Menschen hilft, die unschuldig in Notlagen geraten sind.

Auf Grund der Kostensituation wurde in erster Linie im Studio gearbeitet, das sich auf dem Gelände der Twentieth Century Fox befand. Die Aufnahmen von Stadtszenen oder Landschaftsaufnahmen wurden in und um Los Angeles aufgenommen und stammten aus dem Archiv. Der Vorteil war natürlich, dass man ungestört arbeiten konnte – ungestört von Neugierigen, Störgeräuschen und veränderlichen Lichtverhältnissen.