Sören Henning

Sören Henning ist Hauptkommissar bei der Mordkommission K1 in Kiel. Sein Hauptaufgabengebiet ist die Aufklärung von Mordfällen sowie von Vermisstenfällen vorwiegend bei Kindern und Jugendlichen. Die Arbeit im Büro ist ihm verhasst und er empfindet es als Gefängnis. Vorgesetzte schätzen ihn wegen seines Arbeitseinsatzes, Kollegen stehen ihm allerdings eher reserviert gegenüber, da er mitunter dominant sein kann und nur ungern andere Meinungen zulässt. Henning will öfter mal mit dem Kopf durch die Wand – wenn es darauf ankommt bewahrt er jedoch einen kühlen Kopf und geht kühl und nüchtern an einen Fall heran.

Er ist verheiratet und hat 2 Kinder (Elisabeth und Markus), 1,80m groß, schlank und hat sehr kurze hellbraune, ins rötliche gehende Haare. Auffällig sind seine strahlend blauen Augen, die an den Schauspieler Terence Hill erinnern, auch wenn er ansonsten keinerlei Ähnlichkeit mit diesem hat.

Henning ermittelt zusammen mit seiner Kollegin, der angehenden Oberkommissarin Lisa Santos. Die temperamentvolle Lisa ist fast einen Kopf kleiner als Henning und verlässt sich gern auf ihre Intuition und ihr Gespür, ohne dabei jedoch den Verstand zu vernachlässigen.

Diese beiden ganz unterschiedlichen Charaktere sind natürlich bisweilen auch unterschiedlicher Meinung und bilden dennoch ein hervorragendes Team mit überdurchschnittlich hohen Aufklärungsquoten. Möglicherweise sind es gerade diese Gegensätzlichkeiten, die dieses Ermittlerduo so unschlagbar machen.

„Unsichtbare Spuren“
Nach dem grausamen Mord an einer 17-jährigen Anhalterin wird wegen der vorliegenden Indizien ein Verdächtiger ermittelt und festgenommen. Auf Grund der schlüssigen und dichten Beweiskette wird dieser verurteilt. Während der Verhöre und auch während der Verhandlung hat er immer geleugnet, die Tat begangen zu haben. Schon bei der Lektüre erfährt der Leser, dass es sich bei diesem Verdächtigen nicht um den Täter handelt.

Lisa Santos hatte Zweifel an der Schuld des Mannes. Ihre Intuition sagte ihr, dass er es nicht war. Ihr Kopf hingegen folgte der Beweislast. Sören Henning hingegen war der festen Überzeugung, den Täter überführt zu haben. Nach dem Schuldspruch gab er Lisa gegenüber allerdings zu, zuletzt Zweifel an der Täterschaft des Mannes gehabt zu haben. Zu diesem Zeitpunkt war es jedoch bereits zu spät, um noch etwas zu ändern. Einige Tage nach dem Schuldspruch schreibt der Verurteilte einen Brief, in dem er erneut seine Unschuld beteuert und bringt sich anschließend um.

An diesem Selbstmord gibt sich Sören Henning die Schuld. Seine Ehe ging im Laufe der folgenden Jahre in die Brüche und es folgte zuerst die Trennung und etwas später auch die Scheidung. Seine beiden Kinder leben bei ihrer Mutter. Er bewohnt jetzt eine kleine billige Wohnung in einem anonymen 8-geschossigen Haus im Stadtteil Gaarden-Ost. Seine spartanisch eingerichtete Wohnung liegt in der 7. Etage des heruntergekommenen aussehenden Hauses, dessen Aufzüge meist nicht funktionieren und dessen Hausmeister meist betrunken ist. Ein Auto kann Henning sich nicht leisten – er fährt Fahrrad.

Durch den Unterhalt für seine Exfrau und die beiden Kinder bleibt ihm kaum noch etwas zum Leben übrig. Er hat angefangen zu rauchen und auch beruflich hat sich einiges geändert. Henning kommt kaum noch hinter dem Schreibtisch hervor und vergräbt sich in den Akten. Wo er früher das Büro als Gefängnis ansah und diesem bei jeder sich bietenden Gelegenheit entfloh, ist er heute nur noch selten im Außendienst tätig. Er ist häufig schroff und abweisend und lässt keinen an sich heran.

Fünf Jahre nach dem ersten Mord wird eine 19-jährige Frau grausam ermordet und an fast derselben Stelle wie damals tot aufgefunden.

Lisa Santos besteht darauf, dass Henning sie begleitet, was er auch widerwillig macht. Zunächst betont er, dass dies eine einmalige Angelegenheit sei und er sich anschließend gleich wieder hinter seinem Schreibtisch vergraben würde. Nach und nach gelingt es Lisa jedoch, ihren Kollegen aus seiner selbst gewählten Isolation zu holen.

Lisa Santos, angehende Oberkommissarin
Lisa Santos ist jung, hat halblange dunkelbraune Haare und große ausdrucksvolle haselnussbraune Augen. Sie hat einen vollen Mund und wird als ausgesprochen hübsch beschrieben. Trotz ihres guten Aussehens ist sie eine enorm durchsetzungsfähige Frau, die im Nahkampf erprobt ist und vor der jeder Gauner, der sie kennt, Abstand hält.

Sie bewohnt eine kleine, gemütliche Zweizimmerwohnung in der Innenstadt von Kiel. Ähnlich wie Julia Duran (Mordkommission Frankfurt) nimmt auch sie gern ein heißes Bad, um abzuschalten. Sie fährt einen Mini Cooper.

Ihr Temperament hat sie von ihrem spanischen Vater geerbt, der zusammen mit ihrer Mutter in Schleswig lebt und dort auch ein Restaurant betreibt, in dem vorwiegend spanische Spezialitäten angeboten werden. Sie ist sehr gern mit ihren Eltern zusammen und hilft manchmal aus Spaß im Restaurant. Wenn es ihre Zeit zulässt, fährt sie mindestens drei mal in der Woche nach Schleswig. Henning schafft es mit seiner manchmal stoisch ruhigen Art, sie auf die Palme zu bringen und in Rage zu versetzen.

Im ersten Roman „Unsichtbare Spuren“ um die beiden Protagonisten entwickelt sich ganz allmählich eine Beziehung zwischen ihnen. Nachdem der Fall (natürlich erfolgreich) abgeschlossen ist, fahren die beiden in das Ferienhaus von Lisa Santos' Eltern nach Spanien. Diese Beziehung wird auch in den folgenden Romanen um die beiden Ermittler fortgesetzt und bildet einen kleinen Nebenstrang.

Weitere Personen im Umfeld von Sören Henning und Lisa Santos

Carmen Santos, Lisa's große Schwester
Carmen Santos wurde im Alter von 17 Jahren auf dem Rückweg von einem lustigen Abend nach Hause von drei Männern vergewaltigt und misshandelt. Mehrere Rippen waren gebrochen und daneben trug sie auch noch diverse andere Verletzungen davon. Einer der Täter hatte versucht, sie zu erwürgen. Durch die lange unterbrochene Sauerstoffzufuhr sind große Teile des Gehirns abgestorben. Sie kann nicht mehr laufen und muss gefüttert werden. Carmen Santos lebt in einem privaten Pflegeheim in Schleswig. Sie sitzt den ganzen Tag in ihrem Rollstuhl und sieht aus dem Fenster. Niemand weiß, ob sie etwas von dem bemerkt, was um sie herum vorgeht. Die drei Täter wurden nie gefasst und damals beschloss ihre jüngere Schwester Lisa zur Polizei zu gehen.

Volker Harms, Kommissariatsleiter K1
Volker Harms ist Anfang 50 und wird als groß und drahtig beschrieben. Sein volles braunes Haar ist mit unzähligen grauen Haaren durchzogen. Der meist gut gelaunte Harms ist verheiratet und hat 6 Kinder. Sein Schreibtisch soll einer Fotogalerie ähneln, da sich dort Bilder seiner Familie aneinanderreihen. Volker Harms wird als harter aber fairer Vorgesetzter beschrieben.

Reinhardt, Rechtsmediziner
Der relativ kleine Brillenträger und Zigarrenraucher ist ein Meister seines Fachs, der von seinen Kollegen respektiert wird. Er spricht mit einer schnarrenden Stimme in monotoner Art und Weise. Durch Auftritte als Fachmann für diverse gerichtsmedizinische Sendungen im Fernsehen ist er in den letzten Jahren zu einer Art Medienstar geworden. Dennoch scheint er nie zu lachen.

Jan Freidrichsen, Kriminalpsychologe und Fallanalytiker
Friedrichsen ist mit seiner Frau von Hamburg nach Laboe gezogen, da seine Frau das Leben in der Großstadt nicht mehr ertrug. Er ist knapp 1,70m groß und hat eine ruhige und unaufdringliche Art. Seine Statur wird als schlank, fast schmächtig beschrieben, wobei er einen kleinen Spitzbauch hat. Er hat nur wenige Haare am Hinterkopf und über den Ohren. Er hat hellwache blaugraue Augen und trägt eine Nickelbrille. Jan Friedrichsen ist ein exzellenter Analytiker, der sich mehrfach zu Weiterbildungen in den USA aufgehalten hat. Themen dieser Weiterbildungen waren die Erstellung von psychologischen Profilen und Täterprofilen.

Mordkommission Kiel mit Sören Hennig und Lisa Santos

  • Unsichtbare Spuren (2006)
  • Spiel der Teufel (2008)
  • Eisige Nähe (2010)

Der Krimiautor Andreas Franz hat darüber hinaus noch eine Serie um Kommissar Peter Brandt von der Mordkommission Offenbach geschrieben. Sein erster veröffentlichter Roman drehte sich jedoch um Kommissarin Julia Durant von der Mordkommission Frankfurt. In dem Buch „Das Todeskreuz“ ermittelt Peter Brandt mit Julia Durant gemeinsam in einem Mord.

Viele Bücher von Andreas Franz sind auch als Hörbücher erhältlich. Dabei wurde die Kieler Reihe von Stephan Benson gelesen. Die ersten 3 Bücher der Offenbacher Reihe hat Tommi Piper gelesen, das Buch Das Todeskreuz las Johannes Steck. Die Romane um Julia Durant wurden von Julia Fischer oder Uta Kromer gelesen.