Pater Brown in Film und Fernsehen

Die Geschichten des Schriftstellers G.K. Chesterton um den Amateurdetektiv Pater Brown wurden natürlich auch verfilmt, wobei einige dieser Verfilmungen auch heute noch berühmt sind.

In der ersten Verfilmung, die bereits im Jahr 1934 entstand, führte Edward Sedgewick Regie und Walter Connolly spielte die Rolle des Pater Brown. Die wohl gelungenste Verfilmung drehte 1954 der britische Regisseur Robert Hamer mit dem Film Die seltsamen Wege des Pater Brown (im Original Father Brown) nach Chestertons Buch The Blue Cross.

In Deutschland dürften die Verfilmungen mit Heinz Rühmann wohl den größten Bekanntheitsgrad haben. 1960 drehte der österreichische Regisseur Helmut Ashley den Film Das schwarze Schaf mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle. Die Fortsetzung Er kann's nicht lassen wurde dann, wieder mit Heinz Rühmann in der Rolle des verschmitzten Pater Brown, von dem deutschen Regisseur Axel von Ambesser in Szene gesetzt.

Dabei wird Pater Brown in diesen beiden Verfilmungen nicht als britischer, sondern als irischer Geistlicher dargestellt. Lange vor seiner Karriere als Kriminaloberinspektor Derrick spielte übrigens Horst Tappert in Er kann's nicht lassen eine Nebenrolle als Trompeter einer Band.

Auf Grund der Erfolge der beiden Verfilmungen mit Heinz Rühmann wurde 1968 noch ein dritter Film gedreht. Die Abenteuer des Kardinal Braun bauten jedoch nicht mehr auf einem Buch von G.K. Chesterton auf. Die deutsch-französisch-italienische Gemeinschaftsproduktion konnte allerdings nicht an die Erfolge der beiden ersten Rühmann-Verfilmungen anschließen, was vielleicht auch daran lag, dass hier mehr der Klamauk im Vordergrund stand. Die beiden ersten Verfilmungen sind in jedem Falle sehenswert und werden auch immer wieder im Fernsehen wiederholt.

In den Jahren 1966 bis 1972 wurde im deutschen Fernsehen eine Serie gezeigt, in der die Rolle des Pater Braun von dem Burgschauspieler Josef Meinrad (bekannt aus den Sissi-Verfilmungen, Die Deutschmeister oder Die Trapp-Familie) gespielt wurde. Diese Serie hielt sich mit ihren Drehbüchern in der Darstellung eng an die Vorlagen von G.K. Chesterton. Neben Pater Brown, der natürlich von Gott unterstützt wird, ermittelt in dieser Serie auch Inspektor Smith (gespielt von Guido Wieland).

1974 wurde eine britische Fernsehserie um ermittelnden Pater Braun ausgestrahlt, in der der britische Schauspieler Kenneth Gilbert More die Rolle des Pater Brown spielte. Kenneth Gilbert More ist unter anderem bekannt aus einem Remake des Hitchcock-Klassikers Die 39 Stufen, Der Fernseh-Serie Die Forsyte Saga oder dem Film Die Reise zum Mittelpunkt der Erde.

Im Jahr 1979 drehte der amerikanische Regisseur John Llewellyn Moxey einen Pater-Brown Film, der, ebenso wie Die Abenteuer des Kardinal Braun (der letzte Pater-Brown Film mit Heinz Rühmann) nicht mehr auf einer Vorlage von G.K. Chesterton basiert. Pater Braun lässt sich nicht bluffen spielt in der Gegenwart auf der Insel Manhattan, einem der fünf Stadtbezirke von New York. Ähnlich wie der bekannte Strafverteidiger Perry Mason klärt Pater Braun ein Verbrechen auf, das einem Unschuldigen angelastet wird.

Seit 2003 wird in Deutschland die Fernsehserie Pfarrer Braun ausgestrahlt, in der die Rolle des bayrischen Pfarrers Guido Braun von Ottfried Fischer dargestellt wird, der in seinem ersten Fall einen Mord auf einer fiktiven Insel aufklärt. Pfarrer Braun zur Seite steht seine Haushälterin Margot Roßhauptner, die von ihm meist nur Roßhauptnerin genannt wird.

Bei seinen Ermittlungen wird Pfarrer Braun von seinem Messner Armin Knopp unterstützt. Pfarrer Braun, zu diesem Zeitpunkt als Gefängnisseelsorger in einem Hamburger Gefängnis tätig, kann durch seine Ermittlungen beweisen, dass die gegen Knopp ausgesprochenen Verdächtigungen unhaltbar sind und somit dessen vorzeitige Entlassung auf Bewährung erreichen. Knopp, der dem Pfarrer sehr dankbar ist, folgt diesem bei jedem Stellungswechsel als Gehilfe und Begleiter bei den Ermittlungen.

Ebenfalls zur Seite steht dem ermittelnden Pfarrer der Hauptkommissar Geiger, der sich von den durch den Pfarrer aufgeklärten Verbrechen eine Beförderung erhofft. Im Gegenzug nutzt der Pfarrer die polizeilichen Kontakte des Kommisars, um auf einfachem Wege Personenauskünfte zu erhalten oder ein Gutachten erstellen zu lassen. Gern nutzt er Geigers Möglichkeiten auch, um eine DNA-Analyse anfertigen oder Fingerabdruckanalysen durchführen zu lassen.

Natürlich darf auch Pfarrer Brauns Vorgesetzter nicht fehlen, der immer wieder enttäusch von ihm ist und diesen immer wieder in eine andere Pfarre vesetzt. Bischof Hemmelrath hofft immer, dass eine neue Pfarre den Pastor von weiteren kriminalistischen Ermittlungen abhalten könnte, wird jedoch von Mal zu Mal enttäuscht, so dass Pfarrer Braun und die Roßhauptnerin mal wieder ihre Koffer packen müssen.